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Rekalibrierungstraining als Sturzprophylaxe - das sagt die Forschung


Spezielle Rekalibrierungstrainings sind einmalige Trainingseinheiten, bei denen das Gefühl des Fallens unter Laborbedingungen nachgestellt wird. Die Probanden sind dabei gesichert mit einem Sicherheitsgurt. Oftmals wird diese Art der Sturzprophylaxe auf einem Laufband durchgeführt.


Einmaliges Fall-Simulations-Training schützt 6 Monate lang vor Stürzen

Durch ein einmaliges Fall-Simulations-Training wurden Sturzereignisse und Stolperer für die nächsten sechs Monate beträchtlich reduziert. Probanden liefen über eine speziell entwickelte Bodenvorrichtung, in deren Mitte ein Sturz durch ein bewegliches Brett initiiert werden konnte. Die Testpersonen waren durch ein Hängeseil jederzeit gesichert und erfuhren das Sturzerlebnis unter streng kontrollierten Bedingungen. Das Durchleben des Schreckmoments ist einer Impfung gleichzusetzen, d.h. die Testperson wurde gegen das Stürzen "geimpft". Es wird vermutet, dass der Muskelapparat sich die Muskelantwort auf den vermeintlichen Sturz abspeichert und so in der wahren Situation auf diese zurückgreifen kann. Als vorteilhaft erwies sich in der vorliegenden Studie eine Wiederholung der Prozedur nach drei Monaten. Wenn man die Kosten und den Nutzen bei dieser Art der Sturzprophylaxe gegeneinander abwägt, ist diese Methode der "Sturzimpfung" eine sehr zeit- und kostengünstige Methode, für einen bestimmten Zeitraum vor potenziell lebensbedrohlichen Stürzen bewahrt zu sein. 

Studienteilnehmer: selbständig lebende Personen (N=48; Alter >65 J)

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Intensiv-Simulations-Training verringert jährliches Sturzrisiko um 50%

Mit einer einzigen Session, in der die Probanden 24 mal hintereinander unter geschützten Laborbedingungen ausrutschten, wurde das Sturzrisiko in den darauffolgenden 12 Monaten um 50% (von 34% auf 15%) gesenkt. Personen, die unter den gleichen Laborbedingungen nur einen einzigen Ausrutscher hinnehmen mussten, stürzten im darauffolgenden Jahr 2.3 mal häufiger. Eine Schutzwirkung war insbesondere bei bereits einmal gestürzten Personen ersichtlich.

RCT; Studienteilnehmer: selbständig lebende Personen (N=212; Alter >65 J)

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Laufbandtraining mit Störungen reduziert Sturzvorkommnisse

Die Studienteilnehmer dieser Studie trainierten 6 Monate lang auf einem Laufband und wurde gelegentlich auf dem Laufband gestört. Dies beinhaltete eine Ablenkung oder den Versuch, einen Gleichgewichtsverlust hervorzurufen. Eine Sicherung der Studienteilnehmer gewährleistete fortwährende Sicherheit der Probanden während der Intervention. Eine Vergleichsgruppe absolvierte in der gleichen Zeit ein herkömmliches Alterstraining. In der Laufband-Gruppe wurden nach 6 Monaten signifikant bessere Balance und Reaktionszeiten gemessen als in der Kontrollgruppe. Die Anzahl der Stürze hatte sich um 21% durch das Laufbandtraining verringert. Die Zeit bis zum ersten Sturz innerhalb der sechs Monate war jedoch in beiden Gruppen gleich. Ein Laufbandtraining mit unerwarteten Störereignissen scheint einen positiven Effekt auf die Balance und das Sturzverhalten bei älteren Personen zu haben.

Studienteilnehmer: Langzeit-Seniorenheimbewohner (N=32; Alter: 66-98 J)

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