Tanzen als kognitiv-motorisches Training zur Sturzprävention

Tanzen trainiert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist – und genau das macht es zu einer besonders wirksamen Form der Sturzprävention. Die Forschung zeigt: Tanzen stimuliert die kognitiv-motorische Leistungsfähigkeit, die für Balance und Sicherheit im Alltag entscheidend ist. Tanzmatten kombinieren körperliche Bewegungen mit kognitiven Aufgaben – das sogenannte Dual-Task Training. So werden Reaktionsfähigkeit, Koordination und Gleichgewicht gleichzeitig gefordert und gefördert. Kognitiv-motorisches Training kombiniert körperliche Bewegung mit gleichzeitigen geistigen Aufgaben. Durch diese Dual-Task-Übungen werden nicht nur Muskeln und Gleichgewicht, sondern auch Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Gedächtnis gefördert. Studien zeigen, dass diese Trainingsform besonders wirksam ist, um Stürze im Alter zu verhindern, da sie Alltagssituationen simuliert, in denen ältere Menschen gleichzeitig laufen, ausweichen oder Entscheidungen treffen müssen. Tanzmatten bieten hierfür eine ideale Plattform, da sie spielerisch motorische Übungen mit kognitiven Herausforderungen verbinden.


Wissenschaftliche Evidenz

Eine Studie aus Brasilien mit 82 Teilnehmer:innen ab 60 Jahren bestätigt den Nutzen: In der Studie wurden 82 Personen im Alter von 60 Jahren und älter untersucht. Diese Personen waren im Allgemeinen nicht besonders sportlich aktiv und betätigten sich höchstens gelegentlich durch Spaziergänge oder Schwimmen. Die Hälfte der Teilnehmer nahm dann drei Monate lang zweimal pro Woche an einem „Senior Dance“ Programm teil, das von speziell geschulten Trainern geleitet wurde. Diese Tanzsessions dauerten jeweils eine Stunde und beanspruchten die Teilnehmer auf mittlerem Niveau. Die Tanzstile variierten von bestimmten Choreografien, die im Sitzen und im Stehen ausgeführt wurden, mit schnellen und langsamen Rhythmen, sowohl alleine als auch zu zweit oder in der Gruppe. Die Teilnehmer der „Senior Dance“ Gruppe zeigten am Ende der Studie im Durchschnitt eine Verbesserung von 2,3 Sekunden in ihrer Fähigkeit, mit geschlossenen Augen auf einem Bein zu stehen, im Vergleich zu den Kontrollpersonen. Auch bei Tests wie dem Sit-to-Stand und dem 4-Meter-Gehen schnitten sie besser ab.

Franco MR et al.: Effect of senior dance (DanSE) on fall risk factors in older adults: A randomized controlled trial. Phys Ther 2020; 100(4): 600-608


Tanzmattentraining nach Vorgaben reduziert Sturzrisiko um bis 58%: Meta-Analyse

Tanzen nach Vorgaben auf einer Tanzmatte verringert das Sturzrisiko und die Sturzrate um bis 58%. Nach durchschnittlich 14 Wochen hatten sich die Studienteilnehmer der Tanzinterventionen auf Tanzmatten bezüglich Sturzrisiko, Reaktionszeiten und Gleichgewichtstests deutlich verbessert. Das Training wurde durchschnittlich 3x pro Woche für 15 Minuten zu Hause vor einem Fernseher ausgeführt. Die Metaanalyse zeigt, dass die Gleichgewichtszunahme allein durch eine Verbesserung der Balanceparameter, nicht durch eine Verbesserung über die Kraft erzielt wurde.

Metaanalyse von sieben RCTs (n=660; Alter>60)


Tanztraining auf Tanzmatten im Vergleich zu Kraft- und Balancetraining

Tanztraining auf Tanzmatten wird als kostengünstige Methode mit herkömmlichem Kraft-und-Balance-Training verglichen. Die Probanden der Studie trainierten 12 Wochen lang zweimal pro Woche je 70 Minuten. Das Sturzvorkommen wurde 14 Monate lang weiterprotokolliert. Die Sturzrate pro Person in der Tanzgruppe lag 14 Monate nach dem Training bei rund 30%, die Sturzrate in der Kraft- und Balancetrainingsgruppe bei 58%. Das Verhältnis der Stürze pro Stolperer war in der Tanzgruppe mit 17.1% signifikant niedriger als in der Kraft- und Balancegruppe (50.0%). Tanztraining kann daher als eine kostengünstige und geeignete Methode zur Sturzverhinderung empfohlen werden.

RCT; Studienteilnehmer (n=39; Alter=65-74 J).


Gesellschaftstanz als Sturzprävention

Seniorenheimbewohner trafen sich 12 Wochen lang 3x pro Woche für 50 Minuten zum Gesellschaftstanz. Die Tänze beinhalteten Foxtrott, Walzer, Rumba, Swing, Samba und Bolero. Nur durch diese Aktivität verloren die Patienten im Schnitt 2.85 Kg Gewicht. Im Vergleich erhielten die Gesellschaftstänzer eine bessere Balance und verzeichneten signifikant weniger Stürze. Dieser Effekt wurde in der Kontrollgruppe nicht festgestellt. Daher wird Gesellschaftstanz als eine effektive Methode zur Verbesserung der Balance und zur Sturzverhinderung empfohlen. 

Studienteilnehmer: Seniorenheimbewohner (n=59)


Nicht jedes Tanzen ist als Sturzprophylaxe geeignet

Können klassische Tanzstunden das Sturzrisiko senken? Dieser Frage ging diese australische Studie nach. Die Forscher luden unabhängig lebende Personen aus 23 Seniorenresidenzen rund um Sydney, Australien, ein, zweimal pro Woche Volkstanz oder Standardtänze mitzumachen. Insgesamt umfasste das Programm 80h während eines Jahrs; 12.3% der angesprochenen Personen machte mit. Die Kontrollgruppe war die Hälfte der Teilnehmer, die sich auf eine „Warteliste“ eintragen mussten (11 Dörfer, 251 Teilnehmer). Das Programm aus Volkstanz/Standardlatein-Tänzen reduzierte die Anzahl der Stürze nicht. Es reduzierte auch nicht die sturzbezogenen Parameter (z.B., balance, lower leg strength, cognitive processing speed, or task shifting). Eine leichte Verbesserung wurde in der Ganggeschwindigkeit nachgewiesen, vor allem bei den Standard-Latein-Tänzern. Insgesamt blieben nur 51% der Studienteilnehmer bis zum Ende der Intervention dabei. Verallgemeinernd kann nicht jeder Tanz, insbesondere nicht der untersuchte Volkstanz/Standard-Latein-Tanz als Sturzpräventionsstrategie eingesetzt werden. Die Autoren empfehlen, strukturierte Übungen und Trainingselemente dem allgemeinen Tanzen vorzuziehen, damit das Tanzen als eine effektive Art der Sturzprävention eingesetzt werden kann.

Dafna Mero et al., Social Dancing and Incidence of Falls in Older Adults: A Cluster Randomised Controlled Tria, 2016 Aug; 13(8): e1002112.


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