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Tanzen als Sturzprophylaxe - das sagt die Forschung

Die Idee des Tanzens hat bereits mehrere internationale Forschungszentren angeregt, Tanzen in Bezug auf Sturzprävention zu untersuchen. Dies ist ein klarer Anhaltspunkt dafür, dass die medizinische Forschung das Potenzial dieser Bewegungsform zur Sturzprophylaxe erkannt hat. Einige Arten des Tanzens sind besonders geeignet.


Tanztraining nach Vorgaben reduziert Sturzrisiko um bis 58%: Meta-Analyse

Tanzen nach Vorgaben auf einer Tanzmatte verringert das Sturzrisiko und die Sturzrate um bis 58%. Nach durchschnittlich 14 Wochen hatten sich die Studienteilnehmer der Tanzinterventionen auf Tanzmatten bezüglich Sturzrisiko, Reaktionszeiten und Gleichgewichtstests deutlich verbessert. Das Training wurde durchschnittlich 3x pro Woche für 15 Minuten zu Hause vor einem Fernseher ausgeführt. Die Metaanalyse zeigt, dass die Gleichgewichtszunahme allein durch eine Verbesserung der Balanceparameter, nicht durch eine Verbesserung über die Kraft erzielt wurde.

Metaanalyse von sieben RCTs (n=660; Alter>60)

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Tanztraining auf Tanzmatten im Vergleich zu Kraft- und Balancetraining

Tanztraining auf Tanzmatten wird als kostengünstige Methode mit herkömmlichem Kraft-und-Balance-Training verglichen. Die Probanden der Studie trainierten 12 Wochen lang zweimal pro Woche je 70 Minuten. Das Sturzvorkommen wurde 14 Monate lang weiterprotokolliert. Die Sturzrate pro Person in der Tanz-Gruppe lag 14 Monate nach dem Training bei rund 30%, die Sturzrate in der Kraft-und-Balancetrainings-Gruppe bei 58%. Das Verhältnis der Stürze pro Stolperer war in der Tanz-Gruppe mit 17.1% signifikant niedriger als in der Kraft-und-Balance-Gruppe (50.0%). Tanztraining kann daher als eine kostengünstige und geeignete Methode zur Sturzverhinderung empfohlen werden.

RCT; Studienteilnehmer (n=39; Alter=65-74 J).

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Gesellschaftstanz als Sturzprävention

Seniorenheimbewohner trafen sich 12 Wochen lang dreimal pro Woche für 50 Minuten zum Gesellschaftstanz. Die Tänze beinhalteten Foxtrott, Walzer, Rumba, Swing, Samba und Bolero. Nur durch diese Aktivität verloren die Patienten im Schnitt 2.85 Kg Gewicht. Im Vergleich erhielten die Gesellschaftstänzer eine bessere Balance und verzeichneten signifikant weniger Stürze. Dieser Effekt wurde in der Kontrollgruppe nicht festgestellt. Daher wird Gesellschaftstanz als eine effektive Methode zur Verbesserung der Balance und zur Sturzverhinderung empfohlen.

Studienteilnehmer: Seniorenheimbewohner (n=59)

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Nicht jedes Tanzen ist als Sturzprophylaxe geeignet

Können klassische Tanzstunden das Sturzrisiko senken? Dieser Frage ging diese australische Studie nach. Die Forscher luden unabhängig lebende Personen aus 23 Seniorenresidenzen rund um Sydney, Australien, ein, zweimal pro Woche Volkstanz oder Standardtänze mitzumachen. Insgesamt umfasste das Programm 80h während eines Jahrs; 12.3% der angesprochenen Personen machte mit. Die Kontrollgruppe war die Hälfte der Teilnehmer, die sich auf eine "Warteliste" eintragen mussten (11 Dörfer, 251 Teilnehmer). Das Programm aus Volkstanz/Standardlatein-Tänzen reduzierte die Anzahl der Stürze nicht. Es reduzierte auch nicht die sturzbezogenen Parameter (z.B., balance, lower leg strength, cognitive processing speed, or task shifting). Eine leichte Verbesserung wurde in der Ganggeschwindigkeit nachgewiesen, vor allem bei den Standard-Latein-Tänzern. Insgesamt blieben nur 51% der Studienteilnehmer bis zum Ende der Intervention dabei. Verallgemeinernd kann nicht jeder Tanz, insbesondere nicht der untersuchte Volkstanz/Standard-Latein-Tanz als Sturzpräventionsstrategie eingesetzt werden. Die Autoren empfehlen, strukturierte Übungen und Trainingselemente dem allgemeinen Tanzen vorzuziehen, damit das Tanzen als eine effektive Art der Sturzprävention eingesetzt werden kann.

Dafna Mero et al., Social Dancing and Incidence of Falls in Older Adults: A Cluster Randomised Controlled Tria, 2016 Aug; 13(8): e1002112.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5004860/


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